Hosen kürzen mit Stoßband

Als nächstes hab ich für euch eine Anleitung für euch, wie ihr eine Hose mit Stoßband kürzt, wie es z. B. bei Anzugshosen oft der Fall ist.

Folgende Utensilien braucht ihr:

DSCF1562– Handmaß oder Maßband
– Schneiderkreide
– Handnähnadel
– Nähgarn
– Bügeleisen
– Auftrenner
– Zickzackschere oder normale Stoffschere

1. ABSTECKEN:

Entweder mit Schuhen oder barfuss die Hose nach Belieben hochstecken. Ich mach es meistens erstmal ohne und teste dann nochmal mit dem Schuh, ob die Länge so passt.
Achtung: Wenn die Beine unterschiedlich lang sind, dann beide Hosenbeine abstecken, ansonsten eines Abstecken und das Andere genauso kürzen.

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2. AUFTRENNEN:

Die obere und untere Naht vom Stoßband auftrennen, genauso wie den Blindstichsaum.

auftrennen

3. MESSEN & anzeichnen:

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Den abgesteckten Abstand ausmessen, merken, Nadeln rausholen und vom Originalsaum nach oben messen und anzeichnen. Diese Linie wird der neue Saumumbruch.
Bsp.: Bei mir waren es 4,5 cm → Also muss
ich ab dem ursp
rünglichen Umbruch 4,5 cm nach oben hin anzeichnen. 

4. BÜGELN & SChneiden:

Das Stoßband ausbügeln, dass es glatt ist und den aufgetrennten Saum am Hosenbein ebenso.

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Von dem in Schritt 3. neu angezeichneten Saumumbruch 4 cm nach unten messen (das wird der neue Saum), anzeichnen und hier abschneiden.

saum
Tipp: Wenn ihr eine Zickzackschere besitzt, dann am besten mit ihr den Saum abschneiden, denn dann franst der Stoff nicht sosehr aus. Wenn ihr ihn mit einer normalen Schere schneidet, müsst ihr später diese Kante noch versäubern.
Die Hose am besten auf die linke Stoffseite wenden und den Saum an der in Schritt 3. neu eingezeichneten Saumlinie umbügeln.
Tipp: Wenn ihr ein Ärmelbrett habt, dann ist es natürlich am leichtesten den Saum auf dem Ärmelbrett umzubügeln -es funktioniert aber auch gut auf dem normalen Bügelbrett 🙂

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5. stecken:

DSCF1503Hose wieder auf rechts wenden und den eben umgebügelten Saumumbruch wieder aufklappen, denn dieser wird jetzt als Hilfslinie genutzt. Legt die Hose so hin, dass sie nach links und der Saum nach rechts schaut und ihr die innere Beinnaht vor euch habt. Dann das Stoßband ca. 1-2 mm links von der Bügelfalz aufstecken (diese 1-2 mm sind später der Teil, der am Hosenbein unten rausschaut).
Tipp: Stecknadeln immer senkrecht zur Naht einstecken, so kann man auch mal darüber nähen und kommt dem Füßchen nicht in die Quere 🙂

 

6. nähen:

Stoßband an oberer und unterer Seite des Bandes jeweils knappkantig feststeppen. Falls ihr in Schritt 4. keine Zickzackschere verwendet habt, müsst ihr jetzt die Hosenbeine versäubern -wenn ihr eine Overlock habt, dann gerne damit. Ansonsten ist es auch mit einem Zickzackstich an der Haushaltsnähmaschine möglich, wobei es da manchmal sogar auch abgewandelte Versäuberungsstiche gibt.

stoßband absteppen

7. bügeln:

Stoßband mit dem Saum so umbügeln, dass der Saum auf links ist, also in das Hosenbein schaut. Es schaut unten die 1-2 mm raus, die wir oben bestimmt haben.

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8. mit hand nähen:

Dass der Saum auch schön innen bleibt wird der Blindstichsaum mit der Hand genäht. Vielleicht hat eure Maschine auch einen ähnlichen Stich, dann könnt ihr es natürlich damit machen. Die Hose auf links drehen und den Saum

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nach oben hin feststecken, dabei darauf achten, dass die Seitennaht und innere Beinnaht aufeinandertreffen! Handnähnadel einfädeln und den Faden einfach nehmen (nicht doppelt). Beginnend in der inneren Beinnaht oder der Seitennaht vernähen und immer abwechselnd erst

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im Saumteil einen ca. 0,5 cm breiten Stich machen und dann mit einem Abstand von 0,5- 1 cm davon im Hosenbein einstechen, aber nur in einen Faden des Gewebes, ansonsten ist ja die Naht äußerlich sichtbar.

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Und anschließend wieder im Saum einen Stich machen. Hier müsst ihr wirklich aufpassen, dass ihr nur einen Faden erwischt, deshalb nennt sich der Saum auch Blindstich. So lange weitermachen bis ihr wieder am Anfangspunkt seid und vernähen. Jeder entwickelt dafür mit der Zeit seine eigene Technik, aber als kleine Inspiration für die Handhaltung, die sieht bei mir so aus: 🙂

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Das gleiche gilt für das andere Hosenbein. Schaut doch einfach nochmal in mein vorheriges Tutorial, da hab ich das mit dem Blindstich noch etwas detaillierter erklärt.

 

Fertig! Die einzige Schwierigkeit ist hier wirklich der Blindstichsaum, den ihr aber auch -wie gesagt- nochmal in meinem vorherigen Blogeintrag nachlesen könnt. Ansonsten ist das auch kein Hexenwerk 🙂

Viel Spaß beim Anzugshosen kürzen und freue mich, wenn ihr eure Ergebnisse bei Instagram hochladet und mit #juulee verseht 🙂

Alles Liebe,
eure juulee

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